Wandern Comer See - anspruchsvolle Wanderungen und Hochtouren

anspruchvolle Wanderungen, W2-W3

Sasso Canale, 2411m
Comer See, Westufer

Anspruchsvolle Bergwanderung auf einen überragenden Aussichtsberg.

Ausgangspunkt: siehe Monte Berlinghera

Beschreibung: Wandern Sie vom Parkplatz an der Kirche dem Schild in Richtung Sasso Canale folgend bis zur Almsiedlung Alpe di Mezzo (1560m, 0:50h). Folgen Sie dem Forstweg durch die Almsiedlung im weiten Bogen hindurch bis zur anderen Hangseite (kann auch zeitsparend weglos abgekürzt werden). Auf Höhe der letzten Häuser zweigt in einer Rechtskurve der Weg rechts ab (schwer zu finden, da der Hang hier errodiert ist und keine Markierung oder Schild auf den Abzweig aufmerksam macht) und führt den Hang hinauf an einem Madonnenschrein vorbei zu einem kleinen Waldstück. Folgen Sie dahinter dem Weg weiter den Hang hinauf. Kurz vor einer Mauer, die senkrecht den Bergrücken zerteilt, zweigt der Weg rechts hoch zum Grat (1853m, 1:55 h). Jetzt dem Weg über den Grat folgen (mühsam, große Blöcke) bis in die gelbrote Südostflanke des Sasso Bianco (2396m, in der Kompass-Karte fälschlicherweise als Sasso Canale verzeichnet!). Durch die Flanke hindurch queren und durch eine Rinne zu einer Scharte (2340m, 2:45) unterhalb des Sasso Bianco, dessen Gipfel durch eine große Tafel geschmückt ist. Hier hält sich bis spät in den Sommer ein Firnfeld. Der Weg führt jetzt weiter (evtl. über das Firnfeld hinweg) durch die Südwestflanke des Sasso Bianco hindurch an einer weiteren Tafel vorbei zum Gipfelaufbau des Sasso Canale. Bis hierher markierter Wanderweg. Jetzt die letzten 30 Hm durch die Felsen der Nordostseite leicht zum Gipfel klettern (I, 2411m, 3:05).

Höhenunterschied: 1210Hm,

Wanderzeit: 3:05h hin und 2:20h zurück.
Beste Jahreszeit: Frühsommer - Herbst. Im Hochsommer evtl. zu heiß.


Das Gipfelpaar von Sasso Canale (2411m, links) und Sasso Bianco (2396m) überragt das östliche Seeufer vom Comer See ums stolze 2200 Meter.


Im Vordergrund Sasso Bianco (2396m, links) - dahinter der Sasso Canale (2411m, rechts)


Monte Legnone, 2615m
Comer See, Ostufer

Der Monte Legnone ist der westliche Eckpfeiler der Bergamasker Alpen und überragt das Nordende des Comer Sees um mehr als 2400 Meter und die bei einer Entfernung von nur 5km.
Der Monte Legnone ist aufgrund seiner exponierten Lage ein Aussichtsberg der Extraklasse. Zudem ist die Wanderung hinauf sehr abwechslungsreich mit schönen Nah- und Fernblicken.
Für den erfahrenen Wanderer das Top-Wander-Highlight am Comer See!


Ausgangspunkt: Parkplatz unterhalb des Rif. Roccoli Lorla (1380m). Geteerte Fahrstrasse von Bellano ca. 18km, 40Min.

Beschreibung: Wandern Sie den Weg links am Rifugio vorbei durch den Wald bergan. Nach 0:45h erreicht man eine kleine Almsiedlung und 1 Stunde später die Biwakschachtel Ca da Legn (2146Hm, 1:50h). Ab hier führt der Weg durch hochalpines Gelände: Gleich hinter dem Biwak ist eine Kletterstelle (I) zu überwinden. In der anschließenden Bergflanke (z.T. ausgesetzt) ist dann öfter der Gebrauch der Hände angesagt bis der Weg am Beginn des Nordwestgrats (2530m, 2:40h) mit dem dem von Osten kommenden Anstieg zusammenführt. Am Nordwestgrat sind mehrere gesicherte Kletterstellen (I) zu überwinden. Die schwierigste, gleich zu Anfang des Grates, kann links herum in Gehgelände leicht umgangen werden - vorausgesetzt, man traut sich den Wegweiser zu ignorieren. Am Gipfel erwartet den Wanderer am Schnittpunkt von Ost- und Westalpen ein Panorama der absoluten Extraklasse. Besonders beindruckend im Westen die Walliser Alpen mit der Monterosa-Ostwand.

Höhenunterschied: 1260Hm,

Wanderzeit: 2:55h hin und 2:20h zurück.

Beste Jahreszeit: Juni-September


Monte Legnone, von Montemezzo-Cerceno auf der gegenüberliegenden Seeseite


Blick vom Gipfel des Monte Legnone über den Comer See, Luganer See und Lago Maggiore




Blick vom Gipfel des Monte Legnone über den Comer See, im Hintergrund Walliser Alpen, links die Monterosa-Ostwand


leichte Hochtouren

Piz Tambo, 3274m
Valchiavenna, nördlich vom Comer See

Der Piz Tambo ist der höchste Gipfel der Valchiavenna-Berge und für erfahrene Bergsteiger aufgrund des hoch gelegenen Ausgangspunkts relativ einfach zu erreichen.
Wegen der exponierten Lage des Berges im Alpenhauptkamm direkt an der Grenze zwischen Ost- und Westalpen (nach der Systematik ist der Piz Tambo der östlichste Gipfel der Westalpen!) handelt es sich um einen exzellenten Aussichtsgipfel.
Es sind zwar nur geringe klettertechnische Schwierigkeiten zu meistern - allerdings setzt das Gelände auch bei günstigsten Verhältnissen einige Hochtouren-Erfahrung voraus.


Ausgangspunkt: Parkplatz direkt an der Passhöhe vom Splügenpass (2113 m)

Beschreibung: Wandern Sie links am italienischen Zollhaus vorbei den Hang hinauf. Nach wenigen Metern entdecken Sie das Schild "Piz Tambo, 3h" (diese Zeitangabe erscheint mir sehr ambitioniert!). Nach 1:35h erreichen Sie den Fuß des Lattenhorns (Bild, siehe rechts) und queren in seiner schuttigen Südflanke hinüber zum Grat. Der Hängegletscher, von dem im Sommer 2003 nur noch spärliche Reste übrig waren, wird in einer weiträumigen Schleife umgangen (Steinmänner), die auf einem Felskopf endet (ca. 3000m, 2:30h). Jetzt ca. 30 Hm absteigen und den hier flachen Gletscher queren. Jetzt klettert man weglos über nun folgenden sehr brüchigen Gratkopf hinweg zum Beginn der Gipfelflanke. Bei günstigen Verhältnissen im Früsommer kann dieser unangenehme Gratkopf auf dem Gletscher umgangen werden. Jetzt dem steilen Weg durch die brüchige SO-Flanke folgen (Achtung: Steinschlaggefahr durch Vorausgehende), der kurz vor dem Gipfel in die Südseite ausweicht (einige Kletterstellen bis I+ je nach Routenwahl, ausgesetzt).

Höhenunterschied: 1250Hm,

Wanderzeit: 3:40h hin und 2:50h zurück.

Beste Jahreszeit: Juli-September


Blick über den Splügensee hinweg zum Piz Tambo


Anstiegsroute vom Fuß des Lattenhorns gesehen


Blick vom Gipfel des Piz Tambo


Piz Tambo und Splügensee im Spätherbst